WEM GEHÖRT
EINUNDZWANZIG?
Eine Audio-Setzung über WM-Anstoßzeiten, Weltzeit, europäische Selbstverständlichkeit und die Frage, wessen Alltag als normal gilt.
TEXTSPUR
Drei Uhr.
Das Spiel beginnt.
Kein Wecker.
Eine Frage.
Drei Uhr,
das Spiel beginnt.
Ich stelle keinen Wecker.
Ich stelle eine Frage.
Warum erwarte ich,
dass die Welt
zu meiner Uhrzeit
stattfindet?
Neunzehn Uhr.
Einundzwanzig Uhr.
Das war unser Rhythmus.
Feierabend.
Grillrost.
Kneipe.
Anpfiff.
So war das.
So war das.
So war das immer.
Aber immer —
für wen?
Wem gehört einundzwanzig?
Dem Fan?
Dem Sender?
Dem Markt?
Dem Schlaf?
Wem gehört 21:00?
Nicht die WM
ist zu spät.
Unser Anspruch
ist zu selbstverständlich.
Nicht die WM
ist zu spät.
Unser Anspruch
ist zu selbstverständlich.
Für Menschen in Lagos.
Für Menschen in Seoul.
Für Menschen in São Paulo.
Ist Champions League
auch Nachtschicht.
Sie haben nie gefragt,
ob das gerecht ist.
Sie haben geschaut.
Wir fragen jetzt,
weil es uns trifft.
Wir nennen es
blöde Anstoßzeiten.
Aber gemeint ist:
Nicht unsere Zeit.
Nicht unsere Zeit.
Nicht unsere Zeit.
Wem gehört einundzwanzig?
Dem Fan?
Dem Sender?
Dem Markt?
Dem Schlaf?
Wem gehört 21:00?
Nicht die WM
ist zu spät.
Unser Anspruch
ist zu selbstverständlich.
Nicht die WM
ist zu spät.
Unser Anspruch
ist zu selbstverständlich.
Drei Uhr
ist keine Uhrzeit.
Drei Uhr
ist ein Machtverhältnis.
Es zeigt,
wessen Alltag zählt.
Es zeigt,
wessen Primetime
Weltzeit ist.
Diesmal
sind wir nicht gemeint.
Wie fühlt sich das an?
Wie fühlt sich das an?
Wie fühlt sich das an,
wenn Welt
nicht wir heißt?
Wir sehen erst
unsere Zeit.
Unseren Feierabend.
Unsere Gewohnheit.
Unser Recht
auf einundzwanzig.
Und dann
merken wir:
Die Welt
richtet sich nicht
nach uns.
Das ist nicht nur Fußball.
Das ist
VORDEM.
Die WM läuft.
Nur nicht
in unserem Alltag.
Wir wollen Welt.
Aber bitte
zur besten Sendezeit.
Zur besten Sendezeit.
Zur besten Sendezeit.
Wessen Sendezeit
meint das?
Wessen Welt
meint Welt?
Wem gehört einundzwanzig?
Wem gehört einundzwanzig?
Wem gehört einundzwanzig?
Nicht unsere Zeit.
Nicht unsere Zeit.
Nicht unsere Zeit.