DU SCHLÄFST.
DIE UHR
WEISS ES ZUERST.
Eine Audio-Setzung über Schlaftracking, Körperdaten und Selbstoptimierung.
TEXTSPUR
Noch nicht wach.
Noch nicht müde.
Schon gemessen.
Dein Körper lag da.
Aber die Uhr war schneller.
Sie wusste,
wie tief du geschlafen hast.
Wie lange.
Wie ruhig.
Wie unruhig.
Sie wusste,
wann du dich bewegt hast.
Wann dein Puls fiel.
Wann dein Schlaf leicht war.
Wann er tief sein sollte.
Und bevor du dich gefragt hast,
wie es dir geht,
stand schon eine Zahl bereit.
Ein Score.
Eine Kurve.
Eine Bewertung der Nacht.
Du öffnest die Augen.
Aber die Nacht ist schon ausgewertet.
Du spürst dich noch nicht.
Aber die Uhr hat dich bereits gelesen.
Vielleicht fühlst du dich müde.
Vielleicht sagt die Uhr:
gut geschlafen.
Vielleicht fühlst du dich erholt.
Vielleicht sagt die Uhr:
zu wenig Tiefschlaf.
Und plötzlich beginnt der Tag
nicht mit deinem Körper.
Sondern mit einem Wert.
UN/INFORM fragt nicht:
Ist Schlaftracking gut oder schlecht?
Sondern:
Was passiert mit deiner Selbstwahrnehmung,
wenn ein Gerät schneller weiß,
wie es dir geht,
als du selbst?